Lapierre Xelius DRS Shimano R7150 Di2

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Lapierre Xelius DRS – mein Test über Télégraphe und Galibier

Das Lapierre Xelius DRS 6.0⁠ ist ein Rennrad, das für mich ziemlich genau die Eigenschaften eines modernen Race-Allrounders verkörpert. Ich hatte die Gelegenheit, das Rad nicht nur auf flachen Straßen oder kurzen Feierabendrunden zu fahren, sondern unter Bedingungen, die einem Rennrad durchaus einiges abverlangen: von Maurienne über den Col du Télégraphe bis hinauf zum Col du Galibier.

Damit waren lange Anstiege, steile Rampen, schnelle Abfahrten und viele unterschiedliche Straßenbeläge Teil meines persönlichen Tests.

Der erste Eindruck

Optisch gefällt mir das Xelius DRS ausgesprochen gut. Der Carbonrahmen wirkt sehr modern und aerodynamisch, ohne dabei übertrieben auf Aero getrimmt zu sein. Besonders die eigenständige Rahmenform mit den charakteristischen Sitzstreben macht das Xelius unverwechselbar.

Lapierre positioniert das Xelius DRS inzwischen als Race-Allrounder und hat gegenüber dem Vorgänger vor allem die Aerodynamik weiterentwickelt. Gleichzeitig blieb die grundsätzliche Geometrie mit einer eher sportlichen, tiefen und gestreckten Sitzposition erhalten.

Bergauf: erstaunlich souverän

Mein eigentlicher Härtetest begann in Maurienne. Von dort ging es zunächst Richtung Col du Télégraphe und anschließend weiter zum Col du Galibier.

Gerade an langen Anstiegen zeigt sich schnell, ob ein Rennrad seine Leistung auch auf die Straße bringt. Mein Eindruck vom Xelius DRS: Es fühlt sich ausgesprochen steif und direkt an.

Beim kräftigen Antritt oder beim Fahren im Wiegetritt vermittelt der Rahmen sehr wenig Bewegung. Die Kraft kommt unmittelbar am Hinterrad an.

Besonders hilfreich war dabei die Übersetzung. Das von mir gefahrene Rad verfügt über 50/34 Zähne vorne und eine 11–34-Kassette. Damit steht als kleinster Gang tatsächlich 34/34 zur Verfügung. 

Gerade auf den steileren Rampen des Télégraphe und Galibier war ich darüber sehr froh. Man kann damit auch längere steile Passagen noch relativ kontrolliert und mit einer vernünftigen Trittfrequenz fahren, anstatt sich unnötig zu quälen.

Hinauf zum Galibier

Shimano 105 Di2 – funktioniert einfach

Die Shimano 105 Di2 R7150 passt meiner Meinung nach sehr gut zu diesem Rad.

Die Schaltvorgänge sind schnell, präzise und vor allem zuverlässig. Natürlich merkt man im direkten Vergleich zu Ultegra Di2 oder Dura-Ace Di2, dass die höheren Gruppen noch etwas unmittelbarer und schneller reagieren. Im normalen Fahrbetrieb fällt dieser Unterschied für mich allerdings kaum ins Gewicht.

Gerade während der langen Alpenetappe hat mir gefallen, dass die Schaltung einfach das macht, was sie soll. Kein Nachdenken, kein Nachjustieren – Knopf drücken und der Gang ist drin.

Für ein Rad, das tatsächlich gefahren und nicht nur auf dem Datenblatt betrachtet werden soll, ist das für mich ein wichtiger Punkt.

Die Laufräder: solide, aber nicht besonders spritzig

Etwas zwiespältiger sehe ich die DT Swiss E1800 Spline 30 Laufräder.

Sie vermitteln einen sehr stabilen und vertrauenerweckenden Eindruck. Gerade bei schnellen Abfahrten und in Kurven ist das angenehm. Allerdings gehören sie nicht zu den leichtesten Laufrädern und wirken beim Beschleunigen und an steilen Anstiegen etwas träge.

Das passt auch zur Ausstattung des Xelius DRS 6.0: Lapierre setzt hier bewusst auf einen robusten Aluminium-Laufradsatz. 

Für mich wäre das vermutlich die erste Stelle, an der ich bei einem späteren Upgrade ansetzen würde. Ein leichterer Carbon-Laufradsatz dürfte dem Xelius gerade am Berg noch einmal deutlich mehr Lebendigkeit verleihen.

Bergab: hier spielt das Xelius seine Stärke aus

Besonders positiv überrascht hat mich das Rad bei der Abfahrt.

Nach den langen Anstiegen folgten schnelle Passagen vom Galibier zurück ins Tal. Hier vermittelte das Xelius DRS jederzeit ein sehr stabiles und kontrolliertes Fahrgefühl.

Auch bei höherem Tempo bleibt das Rad ruhig, ohne träge zu wirken. Richtungswechsel lassen sich präzise einleiten und in schnellen Kurven hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass das Rad nervös wird.

Sehr souveränes Verhalten bei der Abfahrt

Komfort – eher sportlich als gemütlich

Das Xelius DRS ist allerdings kein klassischer Komfort-Renner. Die sportliche Ausrichtung merkt man.

Die Rahmenkonstruktion bietet zwar durch die besondere Anbindung der Sitzstreben einen gewissen Flex, gleichzeitig wurde das Rad mit der Überarbeitung stärker auf Aerodynamik und Renneinsatz ausgerichtet.

Auf guten Straßen empfinde ich das nicht als Nachteil. Auf längeren schlechten Passagen merkt man aber, dass das Xelius in erster Linie ein sportliches Rennrad ist.

Mein Fazit

Meine Fahrt von Maurienne über den Col du Télégraphe bis zum Col du Galibier hat mir gezeigt, dass das Xelius DRS nicht nur auf dem Papier ein Race-Allrounder ist.

Für mich ist es vor allem die Kombination aus hoher Steifigkeit, sehr guter Fahrstabilität und der sportlichen Geometrie, die das Rad auszeichnet. Bergauf vermittelt es ein direktes und effizientes Fahrgefühl, während es bergab auch bei hohem Tempo viel Sicherheit vermittelt.

Die Shimano 105 Di2 passt hervorragend zum Konzept: Sie arbeitet unauffällig, präzise und zuverlässig. Die etwas geringere Schaltgeschwindigkeit gegenüber Ultegra oder Dura-Ace ist im Alltag kaum relevant.

Die DT-Swiss-Laufräder sind dagegen für mich der größte Kompromiss. Sie sind stabil und zuverlässig, könnten aber etwas leichter und spritziger sein.

Gerade mit einem leichteren Laufradsatz könnte das Xelius DRS sein Potenzial am Berg noch besser ausspielen.

Mein persönlicher Eindruck nach der Tour: Das Xelius DRS ist kein Rennrad, das versucht, besonders komfortabel oder besonders leicht zu sein. Es ist ein direktes, steifes und sehr stabiles Rennrad, das sich sowohl an langen Anstiegen als auch bei schnellen Abfahrten wohlfühlt. Und spätestens auf der Abfahrt vom Galibier hatte ich das Gefühl, dass genau dafür dieses Rad gebaut wurde.

Col du Télégraphe
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Fahrrad

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